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Szenen aus Henri Murgers »La vie de Bohème« in vier Bildern von Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
Deutsche Textfassung von Bettina Bartz und Werner Hintze
Musikalische Leitung ... Carl St. Clair
Inszenierung ... Andreas Homoki
Bühnenbild ... Hartmut Meyer
Kostüme ... Mechthild Seipel
Dramaturgie ... Bettina Auer
Chöre ... Robert Heimann
Mimi ... Brigitte Geller
Musette ... Christiane Karg
Rodolphe ... Timothy Richards
Marcel ... Mirko Janiska
Schaunard ... Günter Papendell
Colline ... Renatus Mészár
Parpignol ... Volker Herden
Benoit ... Hans-Martin Nau
Alcindor ... Hans-Otto Rogge
Sergeant ... Max-Robert Eichhorn
Chorsolisten und Orchester ... der Komischen Oper Berlin
Kinderchor ... der Komischen Oper Berlin
Im Anschluss an die Premiere am 6. April 2008 laden wir alle Premierengäste herzlich ins Braunfels-Foyer zu unserer Premierenfeier ein!
Wer hätte nicht schon mal davon geträumt, ein echtes Bohème-Leben zu führen? Jung und arm, aber frei und glücklich. Eine ungebundene Existenz ohne Verantwortung, fern von Ordnung und Reglements, nur im Moment, aber immer für die Kunst lebend, mit zahllosen Amouren und dem Café als Hauptquartier – und vor allem absolut unbürgerlich. Dieser Wunschtraum des etablierten Bürgers auf dem heimischen Sofa nährt sich aus Henri Murgers Episodenroman La vie de Bohème über das Künstler- und Studentenleben im Pariser Quartier Latin und natürlich vor allem aus Puccinis weltberühmter Oper.
Die »vier Musketiere«, der Dichter Rodolphe, der Maler Marcel, der Musiker Schaunard und Colline, der Philosoph, sind wahre Lebenskünstler. Von der Hand in den Mund lebend, triumphieren sie mit Witz und Charme über triviale Alltagswidrigkeiten wie Brennholzmangel oder ihren kleinkarierten Vermieter. Als sich Rodolphe und Mimi am Weihnachtsabend ineinander verlieben und die raffinierte Musette ihren geldgepolsterten Verehrer in die Wüste schickt, um mal wieder zu Marcel zurückzukehren, scheint das Glück perfekt. Doch Monate später treiben Eifersucht und Not die beiden ungleichen Paare zur Verzweiflung. Mimi ist schwer krank – Rodolphe unfähig, ihr zu helfen. Erst als die sterbenskranke Mimi zu Rodolphe zurückkehrt, findet sich die alte Bohème-Gemeinschaft wieder zusammen. Zu spät.
Murgers locker komponierte Alltagsgeschichten »La vie de Bohème« waren ab 1845 als Zeitungsroman in Fortsetzungen erschienen. 50 Jahre später komponierte Puccini seine Oper, fasziniert von dem gefühlvollen Stoff: »Da ist Menschlichkeit, da ist Empfindung, da ist Herz. Und da ist vor allem Poesie.« Wie Puccini Alltägliches durch emotionsgeladene Musik überhöht, wie er mit wenigen kompositorischen Mitteln plastische Atmosphäre zaubert und uns in überaus sensiblen Kantilenen schwelgen lässt, ist noch heute betörend.